Archiv für November 2011

Demonstration gegen Naziterror und Rassismus: Samstag 03.12.11 um 13.00, Gänseliesel

folgende Ankündigung hat uns erreicht:
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„Wer in Deutschland vom Faschismus reden will, darf vom Staat nicht
schweigen“
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Gegen Naziterror ! Gegen Rassismus !

Für eine solidarische Gesellschaft und ein Leben in Freiheit und Würde
für alle!

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*Der VS im BRAUNen Sumpf*
In den Jahren 2000 bis 2006 wurden bundesweit neun Menschen erschossen.
Schnell war für die ermittelten Behörden klar, wer hinter den Taten
steht — die Organisierte Kriminalität. Jahrelang wurden die Taten und
ihre Opfer fälschlicherweise in Zusammenhang mit Gewalt unter
Migrant_innen dargestellt. Die Medien übernahmen diese Begründung
unhinterfragt und kreierten mittels stereotypischen und rassistischen
Klassifikationen den Begriff „Döner-Morde“. Aber auch die
Kriminolog_innen standen dem mit dem Namen „SoKo Bosporus“ für ihre
Ermittlungsgruppe in nichts nach. Diese Terminologie zeigt den
ausgeprägten Rassismus der deutschen Gesellschaft.

Auf dem Rücken dieser Mordopfer wird seit Jahren eine Posse ausgetragen,
die an Menschenverachtung kaum zu überbieten ist und die in den letzten
Tagen ihren Höhepunkt erreichte. Die Hauptakteur_innen dieses
mörderischen Schauspiels sind: Polizei, Verfassungsschutz (VS), Medien
und Politik.

Seit kurzer Zeit steht fest, das die Morde von Mitgliedern der Gruppe
„Nationaler Sozialistischer Untergrund“ (NSU) begangen wurden, weil die
Opfer für sie „nicht deutsch genug“ waren! 13 Jahre lang haben diese
Neonazis mit staatlicher Hilfe, sprich dem Verfassungsschutz, einen
blutigen und rassistischen Feldzug gegen Migrant_innen geführt. In Köln
verübten sie einen Anschlag mit einer selbstgebauten Nagelbombe. Ob sie
noch hinter weiteren Anschlägen stecken, muss noch geklärt werden.
Bereits in den 90er Jahren waren die drei als Mitglieder des „Thüringer
Heimatschutzes“, dessen Anführer jahrelang als VS-Mitarbeiter arbeitete,
bekannt! Als die drei Neonazis nach zahlreichen Anschlägen und
Straftaten festgenommen werden sollten, tauchten sie unter. Liegt da
nicht der Verdacht nahe, das sie vor dem geplanten Zugriff gewarnt
worden sind? Seitdem lebten sie vermeintlich unerkannt mit falschen
Papieren. Zahlreiche Hinweise und Beweise deuten auf Verstrickungen
zwischen der NSU und den deutschen Geheimdiensten hin: in dem Besitz der
Neonazis befanden sich sogenannte „legale illegale Papiere“, die vom VS
zur Tarnung seiner Mitarbeiter benutzt werden; am Tatort einer der Morde
war zur gleichen Zeit ein Beamter des Hessischen Verfassungsschutzes
zugegen. Auch das der damalige Präsident des thüringischen VS
mittlerweile bei rechten Verlagen publiziert, dürfte kein Zufall sein.

Wie tief der VS im braunen Sumpf steckt, wird sich vielleicht mit der
Zeit noch rausstellen. Seine Verstrickungen mit Neonazis waren schon
häufiger zu sehen, zuletzt am gescheiterten NPD-Verbotsfahren.

*Rassistischer Normalzustand in der BRD*
Wieder geht ein empörter Aufschrei, wie schon im Jahr 2000, als ein
Anschlag durch Neonazis in Düsseldorf die BRD „erschütterte“, durch die
bundesdeutsche Gesellschaft. Aber was hat sich seitdem am rassistischen
Normalzustand verändert? Weiterhin wird in der BRD auf dem Rücken von
Migrant_innen eine rassistische Politik mit ekelhaften Parolen wie
„Multikulti ist tot“ oder „Wir brauchen keine weitere Zuwanderung, die
unsere Sozialsysteme belasten“. Diese rassistischen Parolen kommen nicht
etwa von der NPD, sondern von Politiker_innen der etablierten Parteien.
Bereitwillig haben letztes Jahr weite Teile der bundesdeutschen
Gesellschaft mit Sarazin gegen sogenannte „Integrationsverweigerer“
gehetzt. Genau durch diese rassistische Hetze haben die Neonazis in
ihrem Tun auch noch Rückendeckung.

*Nazis morden — der Staat schiebt ab!*
Diese neun Morde sind nur die Spitze des faschistischen Eisberges. Seit
der sogenannten Wiedervereinigung sind mindestens 182 Menschen durch die
Folgen rechtsextremer Gewalttaten ums Leben gekommen. Nahezu täglich
kommt es bundesweit zu rassistisch motivierten Übergriffen gegen People
of Colour. Diese Gewalt wird von Medien, Politik und Zivilgesellschaft
weitestgehend ignoriert und totgeschwiegen. Und wenn sich Widerstand
gegen Neonazis organisiert, wird er mithilfe von Staatsschutz und
Polizei bekämpft — die Kriminalisierung von Antifaschist_innen und
Polizeigewalt auf Demonstrationen kennen wir zur Genüge.
Hinzu kommt, dass Flüchtlinge, die Schutz und Sicherheit in der BRD
suchten, aufgrund der rassistischen Sondergesetze und des alltäglichen
Rassismus der Gesellschaft und Behörden körperlich und seelisch zu
Schaden kamen und kommen. Mittels dieser rassistisch-motivierten Gesetze
werden Flüchtlinge essentielle Menschenrechte verwehrt. Ein Teil von
ihnen lebt hier seit über 20 Jahre ohne Zukunft und Perspektive, da sie
nur eine Duldung haben und jederzeit abgeschoben werden können. Aber
auch zu staatlichen Morden kam es in den vergangenen Jahren: der Tod
Oury Jallohs in einer Polizeizelle in Dessau oder der Tod eines
Menschen, der während eines Abschiebefluges durch Bundespolizisten
erstickt wurde. Auch für zahlreiche Suizide in Abschiebeknästen trägt
der Staat aufgrund seiner menschenverachtenden Politik die Verantwortung.

*Aber was hat das mit hier zu tun?*
In Göttingen wurden in der vergangenen Woche um das sogenannte
„Blümchenviertel“ herum Hakenkreuze und Aufrufe zu rassistischen Morden
gesprüht. Die Sprecherin der Polizei Göttingen spricht aber nur von
„Neonazis als Urheber seien naheliegend“.
Allzu gerne erklärt die Polizei rechte Gewalttaten zu
„Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen“ oder einfach als „nicht
politisch motiviert“. Diese Aussagen werden aber auch nicht hinterfragt.
Daher sind die geheuchelte Empörung und Fassungslosigkeit von
Vertreter_innen aus Politik, Medien und Gesellschaft unerträglich im
Hinblick auf tägliche Angriffe auf Migrant_innen.

Wir werden niemals den rechten Terror untätig beobachten, sondern uns
den Rassist_innen und Faschist_innen mit entschlossem Widerstand
entgegenstellen.

*Deshalb: Kommt alle am Samstag, dem 03. Dezember 2011, um 13 Uhr zum
Gänseliesel, um gegen Rassismus und Faschismus zu demonstrieren.
Anschließend wollen wir gemeinsam zum Mahnmal von CONNY gehen.*

Solidarität mit allen Betroffenen rechter Gewalt !

Kampf dem Faschismus und Rassismus überall !

Für die Auflösung des Verfassungsschutzes !

Gleiche Rechte für alle !

Nichts neues in St. Michael

Pressemitteilung Eckiger Tisch

Vor einiger Zeit sind wir schon auf die St. Michaelgemeinde und deren Seelsorger Schneider eingegangen . Eine ausführliche Berichterstattung gibt es auf goest . Leider hat sich, bis auf neuerlichen falschaussagen Schneiders im GT , nicht viel getan. Hier eine PM der Betroffenenorganisation Eckiger Tisch zu den neueren Entwicklungen:

„Mit Interesse haben Mitglieder des „Eckigen Tisch“ (einem Zusammenschluss von Geschädigten an Jesuiten-Einrichtungen) die Vorstellung von Pater Schneider im Pfarrbrief 37/2011 der Citykirche St. Michael sowie die Berichterstattung des Göttinger Tageblatts z.B. vom 08.10. 2011 gelesen. Wir danken Pater Schneider für das Schuldeingeständnis und die zum Ausdruck gebrachte Betroffenheit. Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass sich Pater Schneider in den letzten anderthalb Jahren einmal an uns persönlich gewandt oder sogar mit Einzelnen von uns getroffen hätte. Und auch, wenn dieser Eindruck im Pfarrbrief vermittelt wird, ist nichts davon, trotz wiederholter Bitten, erfolgt.
Uns stellt sich das Bild so dar, dass Pater Schneider gegenüber seiner alten Wirkstätte, dem Aloisiuskolleg, und gegenüber seiner neuen, der Pfarrei St. Michael, eine gute Figur machen möchte. Die Auseinandersetzung mit den Betroffenen hingegen hält er für überflüssig. Die einzigen Zuwendungen von Pater Schneider an den „Eckigen Tisch“ sind vereinzelte Anwaltschreiben gewesen, in denen Betroffene mit einem Schadensersatz von 75.000 Euro bedroht werden, falls sie ihn öffentlich der Mitwisserschaft bezichtigen. In diesem Zeitraum lebte der Täter Pater Stüper noch, Strafverfahren wären noch möglich gewesen, die auch Pater Schneider hätten belasten können.
Uns sind keine von Pater Schneider im Pfarrbrief erwähnten „Diskussionsveranstaltungen“ bekannt, in denen er seine Fehler eingeräumt hätte. Auch suggeriert der Satz „Deshalb bitte ich immer wieder alle Betroffenen um Verzeihung“, dass sich Pater Schneider in einem Austausch mit Betroffenen befindet. Die Äußerung „…dass es ein gravierender Fehler von mir war, nicht früher, lauter und rigoroser eingeschritten zu sein“ suggeriert, dass Pater Schneider in irgendeiner Weise eingeschritten ist, was schlichtweg eine Falschaussage darstellt, es sei denn man versteht darunter das Unterfangen, Pater Stüper zu warnen, „nicht so ein Risiko einzugehen“ (O-Ton Schneider am 8.2.2010 bei einem Interview mit dem rbb). Gleichzeitig macht diese Aussage Schneiders deutlich, dass er sehr wohl Kenntnis von Missständen am Aloisiuskolleg hatte, sonst könnte er nicht bedauern, nicht „früher eingeschritten“ zu sein.
Wir möchten Pater Schneider bitten, in Zukunft auf verzerrende Darstellungen und Falschaussagen zu verzichten. Er soll bitte klarstellen, dass er nicht nur „nicht rigoroser“ eingegriffen hat, sondern sich viele Jahre schützend vor den Täter gestellt und aktiv daran
gearbeitet hat, Bedenken von Lehrpersonal, Eltern und Schülern zu zerstreuen. Wir fragen uns sogar, ob das „System Stüper“, ohne Pater Schneider auf diese Weise funktioniert hätte.
Der Untersuchungsbericht von Frau Zinsmeister formuliert noch letztes Jahr den Eindruck: Schneider sei dem Haupttäter der letzten Jahrzehnte und „dessen Pädagogik aufs Engste verbunden“. Uns stellt sich die Frage, wo Pater Schneider heute eine von Frau Zinsmeister als unterentwickelt bezeichnete „kritische Distanz zu seinem Mitbruder“ dokumentiert. Bisher hat es hierzu keinerlei Stellungnahme von Pater Schneiders gegeben.
Während Pater Schneiders Zeit als Internatsleiter ist es, so dokumentiert der Zinsmeister-Bericht, zu mehrfachem sexuellem Missbrauch, mehrfacher schikanöser und ehrverletzende Behandlung, Gesundheitsgefährdung und Freiheitsberaubung und mannigfachen Grenzverletzungen von bzw. gegenüber Kindern gekommen. Wie steht Schneider zu seiner Verantwortung im Amt als Vorgesetzter von Pater Stüper? Und wie kommt Pater Schneider darauf, er sei „entlastet“?
Wir können nicht verstehen, dass weder sein Orden noch Pater Schneider selbst die Konsequenz aus seinem jahrzehntelangen Versagen als Führungskraft zieht. Was in der freien Wirtschaft selbstverständlich wäre, sollte für eine kirchliche Institution erst recht gelten. Alles andere als ein Rücktritt vom Amt des Oberen im Göttingen sowie die Demission als Seelsorger für Priester im Bistum Hildesheim sendet unserer Ansicht nach das falsche Signal in die Öffentlichkeit. Als hätte es keinerlei Folgen, wenn das Herabwürdigen und Quälen und Missbrauchen von Kindern jahrzehntelang von einem Verantwortlichen entweder übersehen oder stillschweigend geduldet wird.
Ein Ordensgemeinschaft, eine Pfarrgemeinde, eine Stadt und eine deutsche Gesellschaft die hierzu schweigen, anstatt klare Konsequenzen und Verantwortlichkeit zu fordern, bereiten in unseren Augen durch Verharmlosen der Vergangenheit und Schweigen in der Gegenwart den Boden für institutionellen Missbrauch in der Zukunft.

Matthias Katsch (Sprecher „Eckiger Tisch“) am 16.11.2011″

„I‘m Not A Fuckin‘ Princess!“

In den 1970er-Jahren stand ein Fall von Kindesmissbrauch im Licht der französischen (Kunst-)Öffentlichkeit: die Mutter der heute Mitte 40-jährigen Schauspielerin Eva Ionesco, Irina Ionesco, hatte ihre eigene Tochter seit deren 4. Lebensjahr als ‚Lolita‘ verkleidet, abgelichtet und später auch Aktfotos von ihr als ‚Kunst‘ publiziert.
Irina Ionesco war ein Star der Pariser Kunstszene nach 1968, die sexuelle Trennung zwischen Kindern und Erwachsenen galt wohl immer noch als lustfeindliche Spießermoral. 1976 war Eva das jüngste Nacktmodell des italienischen Playboy.
„Ich habe viel zu spät rebelliert“, sagt Ionesco heute. Prozesse gegen ihre Mutter wurden laut damaligen Vertretern der herrschenden Rechtsgrundlage genau deshalb eingestellt.
In „My Little Princess“ – nur im deutschen Verleih hat der Film einen rotzigeren Titel – thematisiert Eva Ionesco als Regisseurin einen Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte, den narzisstischen Missbrauch durch die Mutter, und erobert sich ein Stück Souveränität zurück, wie sie sagt.
Einige Kritiker*innen merken an, dem Film mangele es an deutlich parteilicher Haltung gegen sexualisierte Gewalt und drehe sich mehr um eine abgeflachte ‚konfliktreiche‘ Mutter-Tochter-Beziehung, in der die übersteigerten Ambitionen der Mutter zur Umkehr von Kind- und Erwachsenenrolle führen. Wie dem auch sei: diese Anmerkungen sind leider selten. Eine mangelnde klare Haltung kann man, wenn man mal einige Rezensionen zum Film online durchgeht, eher den vielen Rezensent*innen vorhalten, in deren Texten nicht ein einziges Mal „Missbrauch“ vorkommt! Hier erstmal der Trailer zum Film, der gerade in den deutschen Kinos läuft:

27.Januar – Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Nächste Woche beginnt die Veranstaltungsreihe des Bündnis „27.Januar – Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“, an dem wir beteiligt sind.

Mehr zum Bündnis und den Veranstaltungen findet ihr hier und auf den in der Stadt ausliegenden Flyern.

Don´t miss it

Nächsten Sonntag und jeden weiteren 1. Sonntag im Monat gibts Kaffee und Kuchen im FLT-Cafe im Juzi. Das wird schön! Schokokuchen und Riots, instead of Diets:

FLTCafe

Matros_innenparty im Cafe Kabale 11.November

Dress to impress!
Ab 23.oo Uhr gehts los!