Refugee Protestcamp in Göttingen

Ab Freitag, den 4. April 2014 um 13 Uhr wird auf dem Jakobikirchhof in Göttingen ein Protestzelt für ein Bleiberecht für alle stehen. Die Solidaritätsdemonstration ist für Freitag um 17 Uhr geplant.
Refugee Protestcamp in Göttingen
Die Veranstalter*innen rufen auf auf mehreren Sprachen auf iherer Homepage auf sich solidarisch zu den Forderungen der Protestierenden zu zeigen:

Dear citizens!

We refugees from Göttingen and surroundings have decided to establish a protest camp at the Jacobi Church Square, starting on Friday 4 April 2014 at 1 p.m., as an initial point to make our protest public. At the same day we’ll demonstrate from 5 p.m. together with supporters for a right of residence and for equal rights – we’ll start in front of the church Jacobi and then move through the city center.

We are refugees from different countries, living in Göttingen and surroundings. The reason for our protest are the degrading and bullying living conditions which we are exposed to day-to-day, and the never ending fear of being deported. The racist legislation in Germany enables all this.

Which are the problems of us refugees?
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Immer wieder schön: Diskussionen zu Militanz und Feminismus

In der GöDru Nr. 720 zum 1. März 2013 gab es einen Beitrag zu Militanz und Feminismus, an den wir mit unseren Überlegungen anknüpfen wollen.11 Anlass für den Artikel bot eine Situation auf der 8. März-Demo 2012, bei der Demoteilnehmer*innen den schwarzen Block als mackrig kritisiert haben. Anhand dieser Situation wird von den Autor*innen des Artikels darauf geschlossen, dass Militanz seitens Göttinger Feminist*innen generell abgelehnt werde. Dies wird mit einem „queeren Habitus“ der feministischen Szene in Göttingen in Verbindung gebracht. Im weiteren Verlauf wird darauf hingearbeitet, Militanz als emanzipatorischen Akt für Frauen* zu vermitteln, wobei auf die Gefahr hingewiesen wird, Militanz auf einen Habitus oder bestimmte Style-Codes zu reduzieren. Ebenso wird der Zusammenhang von Militanz und Männlichkeit diskutiert. Letztlich kommen die Autor*innen des Artikels zu dem Schluss, dass eine Aneignung von Militanz durch Frauen* als Befreiungsakt und Kampfansage an sexualisierte Gewalt politisch notwendig sei.
Wir wollen im Folgenden einige Aspekte herausgreifen und aus unserer queerfeministischen Perspektive kommentieren. Teilweise zitieren wir dabei Stellen aus dem Text der A.L.I., um nachvollziehbar zu machen, worauf wir unsere Überlegungen stützen. Diese werden wir mit dem Anlass des Artikels und dessen Wahrnehmung und den daraus resultierenden Schlussfolgerungen über eine Göttinger feministische Szene beginnen. Es folgen Überlegungen zum Militanzbegriff sowie Fragen nach Zusammenhang und Bedeutung von politischer Haltung und einem bestimmten (militanten) Auftreten. Wir verfolgen außerdem die Diskussion, inwieweit Militanz als emanzipatorischer Akt für Frauen* gewertet werden kann und wie eine (queer)feministische Aneignung aussehen könnte oder eben nicht. Am Ende wollen wir einen kurzen Ausblick geben, was wir für eine Diskussion über Militanz und Feminismus hilfreich und notwendig finden.

queer- vs. differenzfeminismus & macker-militanz
Anhand der genannten Situation auf der 8. März-Demo 2012 wird von den Autor*innen eine Verallgemeinerung und Bewertung ‚der‘ feministischen Szene in Göttingen vorgenommen. Ihr wird sowohl eine Fokussierung auf einen „queeren Habitus“ in der Praxis als auch eine differenzfeministische Haltung unterstellt, die Militanz mit Mackertum/Männlichkeit gleichsetze. Differenzfeministisch werde Militanz daher pauschal abgelehnt, wobei denjenigen Frauen* eine feministische Position abgesprochen werde, die militant auftreten.1
Uns irritiert, wie aus einer Situation, an der nur eine handvoll Leute beteiligt waren, eine feministische Szene gebaut wird, der zugleich eine bestimmte Haltung unterstellt wird. Und uns stellt sich die Frage, wozu eine solche Argumentation dient. Darauf kommen wir später nochmal zurück.
Dieser Szene zugleich einen queeren Habitus zu attestieren und eine differenzfeministische Haltung zuzuschreiben, macht ohne weitere Differenzierung keinen Sinn. Die beiden Aspekte queer (z.B. Kritik an Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexismus) und Differenzfeminismus (z.B. Kampf für Frauenräume) lassen sich in der queerfeministischen politischen Praxis miteinander verbinden (z.B. Kampf für FrauenLesbenTransInter*-Räume). Gleichzeitig können die theoretischen Grundlagen und die Praxis im Widerspruch stehen.
Unklar ist uns, was die Autor*innen unter dem „queeren Habitus“ eigentlich verstehen; noch unklarer ist uns, inwiefern dieser für eine generelle Ablehnung von Militanz (mit)verantwortlich sein soll. Das finden wir umso problematischer, weil queer für uns ein politischer Begriff ist und wir selbst davon genervt sind, dass er häufig kontextlos in den Raum geschmissen wird, irgendwie auf einen (unpolitschen) Lebensstil reduziert oder abgewertet wird.
Worauf wir aber eingehen können, ist die Unterstellung des Differenzfeminismus, der laut A.L.I. die Grundlage von Kritik an Mackertum in der Linken darstellt. Mit einer solchen Kritik werden aber aus unserer Perspektive nicht ‚biologische‘ Männer oder vermeintlich wesenhafte, unveränderliche männliche Eigenschaften abgelehnt (also klassisch differenzfeministisch). Die Kritik richtet sich gegen patriarchale Dynamiken, Strategien, Verhaltensweisen, die uns in linken Räumen zu schaffen machen.
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Her mit dem ganzen Leben – Auf zum Frauen*kampftag 2014!!!

Her mit dem ganzen Leben – Fight for Feminism!

Mit dieser Forderung gehen am internationalen Frauen*kampftag verschiedene Gruppen, Institutionen und Einzelpersonen in Göttingen auf die Straße, um gemeinsam für ein selbstbestimmtes Leben und gegen die alltägliche Gewalt an Frauen*, Lesben und Trans* einzustehen. Nach wie vor werden in unserer Gesellschaft Frauen*, Lesben und Trans* in vielerlei Hinsicht benachteiligt und Männer* privilegiert. Die zweigeschlechtliche Ordnung macht sich in allen Lebensbereichen bemerkbar: Sie verteilt Macht, Geld und Anerkennung höchst ungleich. Sie legt uns nahe, dass und wie wir uns ausschließlich als „Männer“ oder „Frauen“ wahrnehmen sollen, wie wir denken und fühlen sollen, wen und wie wir lieben sollen, was wir zu tun und zu lassen haben und eben auch, was uns zusteht oder auch nicht.

Keine Zeit keine Zeit keine Zeit, hören wir immer wieder – Super-busy-Sein ist heutzutage schon fast ein Muss.
Unser Alltag ist von morgens bis abends durchstrukturiert: Schule, Ausbildung, Freizeit, Familie, Freund*innen oder Job – wenn man eine_n hat – müssen in Einklang gebracht werden. Die sogenannte Lohnarbeit, die immer noch hauptsächlich männlich dominiert wird, bestimmt trotz mehr als hundert Jahre langen Kämpfen für kürzere Arbeitszeiten immer noch das Leben vieler. In kapitalistisch organisierten Gesellschaften gilt Lohnarbeit als das einzige Mittel, sowohl für die Befriedigung unserer Grundbedürfnisse zu sorgen, als auch um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können, Anerkennung zu bekommen und Rechte zu erhalten.
Beim Wettbewerb um möglichst existenzsichernde Arbeitsplätze werden aber bereits viele Menschen ausgeschlossen und benachteiligt, indem ihnen Zugänge verwehrt oder erschwert werden. Eine Rolle spielt deshalb nicht nur die gesamtgesellschaftliche Benachteiligung von Frauen*, Lesben, Trans*, sondern auch, welchen Pass ich besitze, woher ich komme, wie gesund ich bin uvm.

Caring for…Patriarchy?
In dem ganzen Konkurrenzzirkus werden außerdem weitere zum Leben wichtige Dinge abgespalten, die sich nicht daran messen, wie total kompetent, flexibel, dynamisch und gutaussehend wir im Job sein sollen. Dazu zählen (Für-)Sorge-, Haus- und Beziehungsarbeit und vieles mehr. Diese unsichtbare, meist unbezahlte und nicht anerkannte Arbeit wird in der BRD nach wie vor hauptsächlich von Frauen* geleistet. Das ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass Arbeitskraft weiterhin zur Verfügung gestellt werden kann. Beide Bereiche, Lohn-und (Für-) Sorgearbeit, sind grundsätzlich aufeinander angewiesen. Damit basiert die gesamte Organisation gesellschaftlich notwendiger Arbeit auf einem vergeschlechtlichen, patriarchalen Verhältnis. Sichtbar wird dieses auch darin, dass in Berufen, in denen der Frauen*anteil am Höchsten ist, die meisten Arbeitsplätze unsicher und schlechter bezahlt sind. Besserverdienende Frauen* mit guten Jobs wiederum können die Haus- und (Für-)Sorgearbeit als schlecht bezahlte an Menschen abgeben, die auf dem Arbeitsmarkt schlechtere Chancen haben. Dazu zählen vor allem Migrant*innen und Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen. Denn wie gut ich an der Gesellschaft teilhaben kann, ist abhängig davon, ob ich weiß-deutsch, mit Pass, heterosexuell, körperlich unversehrt, (bildungs-)bürgerlich bin und damit der gesellschaftlich vorgegebenen Norm entspreche.

4in1: Her mit dem ganzen Leben! (mehr…)

Gegen das Vergessen – gegen die Verharmlosung deutscher Verantwortung

„Gedenken braucht einen Standpunkt. Wir müssen feststellen, dass bei der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus heute vor allem wieder die deutschen Opfer etwa von Bombenkrieg oder Vertreibungen in den Vordergrund gerückt werden. […]
Wir möchten Zeichen setzen: Gegen Gleichgültigkeit und Vergessen. Gegen die Verharmlosung deutscher Schuld und Verantwortung. Gegen das Fortbestehen rechter Ideologie und rechtsextremer Aktivitäten in Alltag und Gesellschaft. Erinnerung braucht Wissen.
In dieser Reihe wird in öffentlichen Veranstaltungen der Opfer gedacht und durch Vorträge, Lesungen, Begegnungen mit ZeitzeugInnen, Diskussionsrunden, Theater- und Filmvorführungen, Konzerte, historische Stadtrundgänge und Führungen in KZ-Gedenkstätten eine kritische Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus geführt.“

So heißt es in der Ankündigung des Göttinger Bündnis‘ 27. Januar – Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, das für die kommenden zwei Monate wieder viele (meist kostenlose) Veranstaltungen auf die Beine gestellt hat, die zwischen dem 9. November (Tag der Reichspogromnacht 1938) und dem 30. Januar (Tag der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler) stattfinden.
Da das Konzert mit Microphone Mafia und Esther Bejarano leider ausfällt, ist die nächste Veranstaltung am kommenden Montag, 25. November um 19 Uhr im Kino Lumière, wo die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit einen Dokumentarfilm über das Ghetto in Riga zeigen wird.

LesBiSchwule* Kulturtage goes BRAVO

Schon wieder Herbst!
In Göttingen heißt das dieses Jahr auch, dass zum 16. Mal die LesBiSchwulen* Kulturtage vom 17. Oktober bis 16. November zu einer bravourösen Terminportion Film / Vortrag / Workshop / Cafés / Party / Draußensein uvm. einladen.
Am heutigen Samstag geht’s schon los mit der Motto gebenden Ausstellung „Wir sind BRAVO“ um 17h (kostenlos und mit jeder Menge Teenie-Magazinen) in der Galerie Art Supplement. Galerie was? Genau, wir haben’s nachgeschlagen: die ist in der City, in der Burgstraße 37.
Und wen der Zusammenhang von antimuslimischem Rassismus und Homophobie in Wissenschaft, Praxis und Sozialer Arbeit interessiert, kann am Montag Zülfukar Çetin im ZHG 001, 18-20h (Platz der Göttinger Sieben, Uni.Campus) dazu hören.
Habt ihr noch kein druckfrisches Programm in die Hände gekriegt? Dann klickt euch einfach durch’s Online-Booklet!

Freiheit ist nicht wählbar!


Für Samstag den 21. September, einen Tag vor der Bundestagswahl, ruft die Gruppe ‚Freiheit ist nicht wählbar‘ zu einer Kundgebung am Jacobikirchof um 12 Uhr auf um ein sicht- und hörbares politisches Zeichen abseits der Wahl zu setzen:

Freiheit ist nicht wählbar !
Gegen Krieg, Rassismus und Krisenpolitik
für eine solidarische Gesellschaft statt Rassismus und Spaltung
Kundgebung | 21. September | 12 Uhr | beim Jakobikirchhof

Für Samstag, den 21. September 2013, einen Tag vor den Bundestagswahlen, rufen wir zu einer Kundgebung gegen Krieg, Rassismus, Ausbeutung und Krisenpolitik auf.
An dem Tag wollen wir den weiter zunehmenden sozialen Angriffen auf unsere Lebensbedingungen Widerstand entgegensetzen und der Forderung nach einer solidarischen Gesellschaft Nachdruck verleihen.

Nur ein Kreuz auf dem Wahlzettel wird an den herrschenden Strukturen nicht viel ändern. Vielmehr kann ein Kreuz auch als Legitimation der Regierung und aktuellen Politik verstanden werden.
Die Politik seit der Entstehung der BRD, egal ob Rot, Schwarz, Gelb, Grün, Kohl oder
Schröder lässt sich in wenigen Worten zsammenfassen:
weltweite Kriegseinsätze, Militarisierung der Gesellschaft, massiver Sozialabbau, Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, wachsende Zahl an Zeitarbeiter_innen, geheimdienstliche und polizeiliche Aufrüstung, Verschärfung der rassistischen Ausländergesetze und Abschiebepolitik, vertraglich gesichertes Fortbestehen der Atomkraft. Parallel dazu rüstet der Staat im Inneren durch die Ausweitung polizeilicher Maßnahmen, Überwachung von Telefon und Internet und vieles andere weiter auf.
Zur Wahl steht lediglich das Personal, das den staatlichen Herrschaftsapparat verwalten und gute Rahmenbedingungen für Konkurenz und Ausbeutung, Krieg und Profite schaffen will. Ein staatlicher Apparat, dessen Kanzler_innen beim TV Duell noch immer das selbst verursachte soziale Elend verteidigen.
Der Ausgrenzung, der Repression und dem Sozialabbau setzen wir die Forderung nach einer solidarischen Gesellschaft entgegen.
Besonders dringend ist momentan die Solidarität mit den Refugee Protestcamps, die ständig von Polizei und Nazis angegriffen werden und somit von der Straße weggejagt und eingeschüchtert werden sollen.
Seit dem 3. September halten 55 Geflüchtete das münchener DGBHaus besetzt. Sie
protestieren gegen die menschenunwürdigen Bedingungen der Asylpolitik der BRD und fordern unter anderem die Abschaffung von Essenspaketen, der Residenzpflicht und von Arbeitsverboten.

Widerstand und Solidarität ist unsere AGENDA. Es gibt für uns keine andere WAHL.

    „In Erwägung, daß wir der Regierung
    Was sie immer auch verspricht, nicht traun
    Haben wir beschlossen, unter eigner Führung
    Uns nunmehr ein gutes Leben aufzubaun.“
    (Bertolt Brecht)

Deshalb sind wir pünktlich.



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